26.09.2012, Wirtschaft

IAA 2012: Hochrangige Wirtschafts- und Politikvertreter machen sich heute in Hannover über Elektromobilität Gedanken

  • Skript + O-Töne

IAA 2012: Hochrangige Wirtschafts- und Politikvertreter machen sich heute in Hannover über Elektromobilität Gedanken:
Bei dem hochkarätig besetzten Fachkongress geht es darum, wie Elektrofahrzeuge massentauglicher gemacht werden können und wo Deutschland bei der Entwicklung dieser Zukunftstechnologie steht
Anmoderation:
Auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover findet heute den ganzen Tag über ein Fachkongress über Elektromobilität statt. Hochrangige Vertreter aus Industrie, Wirtschaft und Politik diskutieren über die Erfolge und Herausforderungen, die dieses zukunftsträchtige Thema mit sich bringt. Schließlich wurde von der Politik, der Automobilbranche und der Wissenschaft folgendes ehrgeizige Ziel gemeinsam formuliert: Bis zum Jahr 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf den deutschen Straßen unterwegs sein. Derzeit sind es gerade mal 60.000, da ist in den nächsten Jahren also noch einiges aufzuholen. Der Fachkongress Elektromobilität wird federführend vom Verband der Automobilindustrie präsentiert, dessen Präsident Matthias Wissmann sagte in seiner Eröffnungsrede:
O-Ton Matthias Wissmann
Für uns, und ich kann ja nur für die deutsche Automobilindustrie sprechen, ist der Leitgedanke immer der, dass wir sagen, wenn man zu den Besten der Welt gehört, dann darf man bei keiner der Zukunftstechnologien fehlen. Denn keiner von uns weiß, was ingenieurtechnisch am Ende die überzeugendste Lösung ist, keiner weiß exakt, was ökonomisch die optimale Lösung ist, und keiner weiß auch exakt, was ökologisch in welcher Region der Welt dann die überzeugendste Lösung ist. Also muss man bei jeder dieser möglichen Zukunftslösungen vorne dabei sein, wenn man seine Position als zu den besten der Welt Gehörenden auch in den kommenden Jahrzehnten behaupten will. (0:44)
Auf keinen Fall den Anschluss verlieren, das ist wichtig für die deutsche und weltweite Automobilindustrie, und da tut sich einiges, auch bei den Nutzfahrzeugen. Insgesamt gibt es in diesem Jahr 42 Innovationen aus dem Bereich der Elektromobilität bei der IAA Nutzfahrzeuge zu sehen, neun davon kommen direkt von den Autoherstellern, der Rest von den Zulieferern. Das zeigt, es geht voran! Für VDA-Präsident Matthias Wissmann ist das aber auch dringend notwendig:
O-Ton Matthias Wissmann
Wie immer man die Bedeutung der Klimaveränderung einschätzt, dass wir uns unabhängiger machen von fossilen Brennstoffen ist, glaube ich, eine zwingende Logik im eigenen Interesse auch der Europäer. Was uns sehr beeindruckt ist, dass gegenwärtig die Vereinigten Staaten von Amerika mit ihrer forcierten Strategie, unabhängiger von fossilen Brennstoffen und Importen zu werden, auf einem sehr erfolgreichen Wege sind. Dann müssen wir Europäer, die wir ja auch im Wettbewerb mit unseren amerikanischen Freunden stehen, uns sehr die Frage stellen, wie wir diesen Prozess, wenigstens etwas unabhängiger zu werden, verstärken können, und da ist Elektromobilität nicht die einzige, aber eine Antwort auf Zukunftsfragen. (0:44) Bereichert wird der Fachkongress Elektromobilität auch durch den Botschafter der USA in Deutschland, Philip D. Murphy. Er hielt eine Rede zu den Entwicklungen und Trends der Elektromobilität in den Vereinigten Staaten und brachte die Bedeutung dieser Branche auf den Punkt:
O-Ton Philip D. Murphy
Die Herausforderung, Elektroautos so günstig und praktisch zu gestalten wie benzinbetriebene Fahrzeuge, ist über hundert Jahre alt, so alt wie die Automobilindustrie selbst. Es ist ein Industriezweig, der in Deutschland und in den Vereinigten Staaten fast Kultstatus erlangt hat. In unseren beiden Ländern steht er für Erfindergeist, Innovationen und Produktivität. (0:37)
Da diese Branche für die Zukunft so wichtig ist, wünscht sich VDA-Präsident Matthias Wissmann noch mehr Rückhalt aus der Politik. Für ihn gibt es vor allem im Bereich der geschäftlichen Mobilität noch weiteren Handlungsbedarf:
O-Ton Matthias Wissmann
Klar ist, dass der Dienstwagen- und Firmenmarkt ein großes Potenzial hat, deswegen erwarten wir von der Bundesregierung auch, dass sie uns bald mehr sagt über die Frage, was die öffentlichen Hände und Post und Telekom und Bahn in dem Bereich noch Zusätzliches tun können, und deswegen hoffen wir natürlich auch, dass durch den Nachteilsausgleich bei der Firmenwagenbesteuerung ein weiterer Push erfolgt. (0:25)
Eines wird im Verlauf des Kongresses immer wieder herausgestellt: Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Europa und den USA ist elementar wichtig, um in der Entwicklung in Sachen Elektromobilität voranzukommen. Darauf baut auch der amerikanische Botschafter:
O-Ton Philip D. Murphy
Denn eines ist sicher: Es ist nicht an der Zeit, dass ein Henry Ford, ein Thomas Edison, ein Gottlieb Daimler oder ein Robert Bosch allein an den vor uns liegenden Herausforderungen arbeitet. Es ist viel mehr an der Zeit zusammen daran zu arbeiten, damit wir in hundert Jahren behaupten können, dass wir diese großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gemeinsam gemeistert haben. (0:34) Abmoderation:
Bei dem Fachkongress Elektromobilität machen sich heute den ganzen Tag hochrangige Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Politik Gedanken, wie umweltfreundliches elektrisches Fahren in der Zukunft aussehen könnte. Am späten Nachmittag wird auch Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler zu der Veranstaltung erwartet. Morgen geht die 64. IAA Nutzfahrzeuge in Hannover dann zu Ende.


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