15.07.2012, Nachrichten

Euro-Krise und Euro-Rettungspaket Hauptthemen im ZDF Sommerinterview mit der Bundeskanzlerin

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Euro-Krise und Euro-Rettungspaket Hauptthemen im ZDF Sommerinterview mit der Bundeskanzlerin:

Anmoderation: Letzten Sonntag stand Bundespräsident Joachim Gauck im ZDF-Sommerinterview Rede und Antwort, gestern war Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Reihe. In der Bibliothek des Kanzleramtes gab Angela Merkel im ZDF-Sommerinterview Antworten auf die Fragen der Leiterin des Hauptstadt-Studios, Bettina Schausten. Die ZDF-Sommerinterviews gelten in Deutschland als absolute "Polit-Klassiker"!
Von Juli bis Ende August stellen sich die Spitzenvertreter der Bundestagsparteien den Fragen der ZDF-Politikexperten und ziehen eine Halbzeitbilanz des politischen Jahrs 2012. Hauptthema des 20 Minuten langen Gesprächs am Sonntag (15.07.2012) mit der Bundeskanzlerin war natürlich die Euro-Krise.

Angela Merkel zur aktuellen Situation in Europa: "Europa nimmt uns alle natürlich sehr in Beschlag, weil wir die Probleme noch nicht abschließend gelöst haben. Wir sind auf einem vernünftigen Weg. Es ist in den letzten Monaten mehr passiert als in vielen Jahren in Europa, aber es ist noch viel zu tun."

Angela Merkel auf die Frage, ob die Stimmung in Deutschland besser ist, als die Lage? "Ich glaube dass die Deutschen gefasst sind. Ich glaube nicht dass sie jetzt irgendwie sorglos sind. Aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir gemeinsam durch die Anfänge der internationalen Finanzkrise gekommen sind. Damals hat sich soziale Marktwirtschaft umfassend bewährt, die Arbeitgeber, die Arbeitnehmer und die Politik haben Hand in Hand gearbeitet. Und damals hat man gesehen, man kann etwas schaffen und das hat sich ausgewirkt. Aber natürlich wissen die Menschen auch, dass wir in einer globalen Welt heute immer wieder auch vielen Gefährdungen ausgesetzt sind und trotzdem freue ich mich über die Unterstützung, die der Kurs der Bundesregierung und auch mein Kurs insgesamt bekommt."

Zur Frage, warum sie manchmal so hart mit den europäischen Partnern umgeht? "Auch Deutschlands Kräfte sind nicht unendlich und wir als Europa stehen in einem weltweiten Wettbewerb und diesen Wettbewerb müssen wir bestehen, wenn wir unseren Wohlstand halten wollen. Und das ist das, was mich leitet und deshalb muss manchmal auch hart etwas verändert werden in Europa. "

Angela Merkel zur Frage, ob manche europäische Staaten besser kontrolliert werden sollten Ich könnte mir schon vorstellen, dass wir an bestimmten Stellen noch stärker auch den europäischen Institutionen Möglichkeiten geben müssen, gegen die, die Regeln nicht einhalten, vorzugehen. Also Kontrolle, so dass sie verbindlich ist und dass man nicht einfach die selbstgestellten Regeln nicht einhalten kann.

Angela Merkel, wie wichtig die gemeinsame Währung für Europa ist? Wenn man eine gemeinsame Währung hat, dann bedeutet dies natürlich auch, dass man aus den Vorteilen dieser Währung auch die Verbindlichkeiten hat, dass die eigenen politischen Entscheidungen immer auch auf alle anderen Länder mitwirken. Und diese gemeinsame Währung hat uns so viele Vorteile gebracht. Wir sind der größte Binnenmarkt auf der Welt. In einer Welt in der 500 Millionen Menschen noch nicht mal viel sind - wie wir sie in der Europäischen Union sind. In der wir mit China, mit Indien und mit anderen im Wettbewerb stehen. Ohne Europa bin ich der Meinung können wir unsere Werte, unsere Vorstellungen, unsere Ideale überhaupt nicht mehr gemeinsam vertreten.

Nächste Woche stellt sich Katja Kipping, Vorsitzende Die Linke, den Fragen von ZDF-Politikexperte Thomas Walde.


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